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Webmaster: Beate Oehrlein

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FARBEN


Pflanzenfarben wurden von Menschen nachgewiesenermaßen schon vor 40 000 Jahren benutzt.

Warum sollte man heute, wo es so einfach ist strahlkräftige, sehr lichtbeständige Farben zu kaufen, die sehr einfach zu handhaben sind, mit Pflanzenfarben malen, oder sich sogar dieser z.T. sehr aufwändigen Technik der Pflanzenfarben - Herstellung widmen?


In früheren Zeiten stellte jeder Maler die Farben, die er benötigte selbst her. Oft waren die Farbrezepte geheim. Die Vorbereitungen zu einem Bild waren bedeutend, eine sehr bewusste, nahezu heilige Handlung. Diese Vorgehensweise ist auch in der Tradition des Zen – Buddhismus, in der Kunst der Tuschemalerei, bekannt.

Das Ritual des Anreibens, auch der Pigmente, ist oft sehr zeitaufwändig und bedeutet für den Künstler, sich gedanklich und mit großer Aufmerksamkeit, dem Material zu widmen, sich gleichsam damit zu verbinden.

Das Wesen der einzelnen Farbe war dem Maler in der Vergangenheit sehr vertraut. Er wusste um die tiefe Bedeutung und, dass in einer Farbe nie nur ein Farbstoff enthalten ist.

Jeder natürliche Farbton enthält die dazugehörigen Komplementärfarben.

Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu synthetischen farblich eindimensional wirkenden Farbstoffen.


Der Umwandlungsprozess in Bildern

Hinweis auf die Richtigkeit der Aussage Wilhelm Pelikans: die getrockneten Blüten behalten noch gut die Farben (als Zeichen des Lebendigen)

 

Blüten in Wasser eingeweicht und leicht erwärmt unter Zugabe einer starken Säure, wie z.B. Alaun. So wird die Farbe leichter aus den Pflanzenteilen gelöst.

Die Feststoffe werden abgeseiht, danach die Farbflüssigkeit (genannt: Farblack) mit etwas Lauge versetzt. Im Bild wird die kräftige Schaumbildung deutlich. Gut sichtbar auch die unterschiedlichen Farben von Violett nach Blau. 

Blick von oben: Der Schaum hat sich etwas gesetzt und durch die Abkühlung  auch in der Farbe verändert. Er hat sich in Richtung eines kräftigen Blautones stabilisiert.


Im Filter (wieder von oben fotografiert) der dunkelblaue Farblack, jetzt ist kaum mehr Schaum vorhanden.

Nach dem Durchlaufen des flüssigen Farbstoffes durch den Filter, bleibt der sogenannte Farbpudding übrig. Interessant ist, dass sich wieder ein größeres Farbspektrum (von violett dunkelblau bis grün, gelb) zeigt. 



In den Gläsern werden unterschiedliche Farbpuddings zum Trocknen vorbereitet. Interessant sind die unterschiedlichen Farben einer Pflanze. Diese entstehen durch die genaue Beobachtung bei der Mengenverteilung von Säure bzw. Lauge. Um die Lichtbeständigkeit der Farbe zu gewährleisten wird der Pudding unter einer handelsüblichen, eingeschalteten Glühbirne getrocknet.

(Rudolf Steiner gab den Impuls über die verhärtende Wirkung von elektrischem Licht, die hier gewünscht ist, an Günter Meier, einen Künstler und Pionier der Pflanzenfarbenforschung weiter).


Auch innerhalb einer gewonnenen Farbe kann man gut das differenzierte Farbspektrum erkennen.


Weitere verschiedene Farbnuancen nach dem Trocknungsvorgang

 

Eine Farbnuance des im Mörser geriebenen Pigmentes.